Editorial

Wie kann er uns einfach so kollektiv vorwerfen, nicht solidarisch zu sein? Was weiß er denn schon? – Ende April ist es schon relativ warm und wir schlendern diskutierend von der Vollversammlung der Solidarischen Landwirtschaft nach Hause.

„Die, die jetzt nicht hier sind und auch die, die nicht ab und an auf dem Hof mit anpacken, sind unsolidarisch!“, donnerte uns der Vorwurf von einem der Mitglieder entgegen. Er war aufgestanden und machte seiner Empörung Luft. Später empören wir uns  über den alten Mann, der uns junge Frauen überhaupt nicht im Kontext unserer Leben kennt und auch nicht weiß, wie wir uns in die Solidarische Landwirtschaft, in der wir Mitglieder sind, einbringen.

Und doch. Er hat uns getroffen. Am Küchentisch kommen wir abends auf das Thema zurück: Sind wir wirklich unsolidarisch? Kann man als Mitglied einer Solidarischen Landwirtschaft überhaupt unsolidarisch sein? Jetzt, jenseits der Rechtfertigungen, warum wir bisher nicht auf dem Hof mitgearbeitet oder noch nie die Gemüseausgabe am Dienstagabend übernommen haben, stellen wir uns noch größere Fragen. Zum Beispiel:

Fehlt Solidarität generell in unserer Gesellschaft?

In der Redaktionssitzung wurde es nicht besser. Die Fragen häuften sich weiter und am Ende erhitzter Diskussionen blieb die Feststellung: Solidarität ist ein hartes Brot. Eine Haltung, die schwer zu halten ist.  

Auch jetzt sind noch immer einige Fragen offen. Viele werdet ihr in den kommenden Wochen – immer sonntags – in den Texten unserer Autorinnen finden:

Emely zum Beispiel beschäftigt sich gleich morgen mit ihren ganz eigenen Assoziationen, aber auch mit Dudenerläuterungen und Solibrot. Leitend ist dabei die Frage, was das denn eigentlich für ein komisches Wort und Konzept ist – Solidarität?
Lea und Svenja haben diese Frage einer Frau gestellt, die qua Lebenskonzept mehr Ahnung hat: Judith von der Solidarischen Landwirtschaft gibt ihnen eine ganz unerwartete Antwort.
Maries Frage hingegen richtet sich eher an uns alle, wenn sie versucht herauszufinden, warum es uns so schwer fällt, mit Menschen in anderen Teilen der Welt solidarisch zu sein. Einen möglichen Erklärungsansatz findet sie in den Medien.
Antonia widerspricht ihr in der Woche danach und findet, dass gerade soziale Medien tatsächlich auch großes Potential haben können, sich solidarisch zu zeigen.
Den krönenden Abschluss des Themenmonats macht Anna mit einer steilen These, die wir hier nicht vorwegnehmen wollen. Nur soviel sei gesagt: Danach schaut man anders auf die Klimakrise!

Stolz präsentieren wir euch unseren allerersten Themenmonat! Morgen gehts los!

Emma & Laura

 

Posted by:transitioneer

2 Antworten auf „Sol dar tät – Fehlt da nicht was?

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