Ein Mal im Monat präsentieren wir im Monthly Dreizeiler, was uns in letzter Zeit inspiriert hat, oder sogar augenöffnend war. Damit unser Blick dabei nicht von gedanklichen Scheuklappen eingeengt wird, sondern immer schön offen bleibt, gibt es hier auch Tipps von unseren Co-Autor*innen. Diesmal von Samira und Alexa.

Lest und schaut los:

  #FemalePleasure Dokumentation

#Female Pleasure ist ein Dokumentarfilm der Schweizer Regisseurin Barbara Miller über fünf Frauen verschiedenster Herkunft und ein Plädoyer für Selbstbestimmung, gegen Missbrauch und Repression weiblicher Sexualität und Lust, durch Religion und gesellschaftlichen Restriktionen.

Bereits nachdem wir den Trailer gesehen hatten, wussten wir: Es müssen Taschentücher mit ins Kino! – Meine Freund*innen und ich haben geweint, gelacht, waren aufgewühlt und haben mitgefiebert. Selten bin ich in einem Film durch so viele Emotionen gegangen.

Barbara Miller hat eine unglaublich schöne Art gewählt, dieses Thema aufzuarbeiten. Indem sie eben keine Dokumentation des Schreckens, aus den Geschichten der Protagonistinnen und diese zu Opfern patriarchaler Strukturen, machte. Vielmehr zeigt sie, auf sehr intime Weise, den lebensbejahenden, fortwährenden Kampf der Porträtierten, gegen Unterdrückung und Fremdbestimmung von Frauen und Mädchen. 

Mein Wunsch wäre es, dass jeder und jede MDZ_sami_kreisdiesen Film sieht, dass er in Schulen gezeigt wird und dass darüber gesprochen wird. Sodass nicht mehr aus privilegierten Positionen heraus verdrängt werden kann, dass Frauen auf der ganzen Welt leiden und wir endlich gemeinsam kämpfen lernen: Denn wie können wir frei sein, wenn nicht alle frei sind? – Samira

 

Wir schließen uns an und empfehlen allen, in deren Städten die Dokumentation nicht gezeigt wird, Kontakt mit einem kleinen, coolen Indiekino eurer Wahl und mit Meike Günther von der X Verleih AG aufzunehmen. Das zu organisieren ist gar nicht so schwer. Hier sind Meike Günthers Kontaktdaten: meike.guenther@x-verleih.de / +49 30 269 33 676

  Bits und Bäume – eine Konferenz über unsere Zukunft

Letztes Wochenende, am 17. & 18.November gab es zum ersten Mal eine große Zusammenkunft von Techies und Ökos! Über 2.000 Menschen besuchten die Bits und Bäume Konferenz in Berlin und zeigten, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen gedacht werden müssen.

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Einerseits gab mir die Konferenz (mal wieder) Einblicke in die (dunklen) Tiefen unseres Systems, aber andererseits auch Hoffnung. Hoffnung, weil mit dem digitalen Umbruch noch einmal die Chance einhergeht, die Welt so zu formen, wie wir sie gerne hätten.

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Möglicherweise spricht hier die naive Hippiefrau aus mir, doch möchte ich die Hoffnung nicht aufgeben. Klar ist: Es sollte mehr Unterhaltungen zwischen naturverbundenen Ökos und technikbesessenen Zukunftsenthusiasten geben, denn in vielen Fällen wollen sie das Gleiche und können voneinander lernen.

Ich habe auf jeden Fall so viel gelernt, dass die Informationen einen Dreizeiler bei weitem überschreiten. 

 

Seid also gespannt auf den Artikel über meinen Bits und Bäume Besuch – am 09. Dezember auf transitioneer. Bis dahin könnt ihr schon einmal das eine oder andere Video ansehen, dass der Chaos Computer Club von den einzelnen Vorträgen gemacht hat. – Alexa

  Bitte einmal Luxus für die oberen 100% – Das transform Magazin

Dafür, dass ich selbst ein Onlinemagazin mitgegründet habe, bin ich manchmal eine unsolidarische, schaurige Konsumentin des geschriebenen Wortes anderer. Ständig verlasse ich Bahnhofsbuchhandlungen wieder mit leeren Händen, weil dann doch nichts dabei war, was ich so ganz und völlig lesen will.photo_2018-11-28_17-51-55.jpg

Eine Ausnahme ist das transform Magazin. Der Untertitel verspricht ein gutes Leben und diese Ausgabe widmet sich obendrein noch dem Luxus – und zwar für die oberen 100%.

 

Und die Idee Luxus wird von allen Seiten beleuchtet: Es geht dabei natürlich nicht nur um materielle Vergnügen, sondern auch ums Gönnen-Können. Darum, dass es sich ohne einen gewissen Luxus gar nicht leben lässt und hippe guilty pleasures. Mein Lieblings-Gedanke, der mich nochmal zum Nachdenken angeregt hat, stand allerdings direkt im Editorial:

Wir brauchen keine Unterhaltung mehr, wir sehnen uns nach Natur und Meditation, nach Ruhe und der völligen Entspannung. Doch im nächsten Moment stellten wir fest, dass wir genau den hippiesken ‚Wir-brauchen-nur-Zeit-und -Yoga-um-glücklich-zu-sein‘-Trend reproduzierten, der wohl nur in unserer akademischen, größtenteils wohlhabenden Blase gerade gängig ist. Haben wir uns also selbst belogen? Offensichtlich ist: Wenn wir in den Urlaub fahren wollten, denn könnten wir uns das leisten. Und auch ein neues Handy wäre für uns kein Grund, Privatinsolvenz anzumelden. Wir sehnten uns bloß nach Ruhe, weil wir alles andere haben könnten.

Neben den gut recherchierten und geschrieben Texten mit vielen zusätzlichen Informationen, den fantastischen Illustrationen und der schönen Haptik, gefällt mir das Grundprinzip von transform: Hier wird so lange crowdgesourced bis die Druckkosten abgedeckt sind. So geht Print ohne Werbung. Welch eine Wohltat. Auf geht’s zum Kiosk! – Emma

  Data Detox steht an

Data ist englisch und bedeutet: Informationen, insbesondere Fakten oder Zahlen, die zur Prüfung gesammelt und zur Entscheidungsfindung herangezogen und verwendet werden oder auch Informationen in einem elektronischen Formular, die von einem Computer gespeichert und verwendet werden können – so das Cambridge Dictionary. Detox ist ebenfalls englisch und bedeutet entgiften. Beim Data Detox geht es also um das Entgiften von Informationen.

Sind Informationen giftig? Wer sollte sich wovon entgiften?

Kleiner Exkurs: 1983 war in Deutschland eine Volkszählung geplant, die nicht nur eine Kopfzählung zum Zweck hatte, sondern auch andere Angaben erheben sollte. Diese Zählung hätte allerdings, laut Bundesverfassungsgericht, die Grundrechte des Einzelnen verletzt. Schließlich wurde noch im selben Jahr, durch das Volkszählungsurteil ein neues Grundrecht etabliert: Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

1987 gingen tausende Menschen auf die Straße, um für den Schutz ihres Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung zu kämpfen. Und heute tragen Millionen Menschen freiwillig ihre sensibelsten Daten ins Internet und legen sie in die Hände mächtiger Konzerne und Staatsapparate. Was in den 80ern schon undurchsichtig war, hat das Internet um einiges komplexer gemacht.  

Habe ich also was zu verbergen?

Ich bewege mich seit ungefähr 18 Jahren in diesem Internet und habe dadurch einen riesigen Schatten von Informationen in fremden Hände hinterlassen. Ich bin angreifbar. Zur Feier der Volljährigkeit (meines Internetkonsums) werde ich mich auf die Suche nach meinen Daten begeben und mittels Data Detox die Souveränität über meine Daten zurückerobern. Ja, ich habe was zu verbergen: meine Privatsphäre!

Von der Reise zu meiner Datensouveränität werde ich berichten, das Ganze in den Kontext von Demokratie, Freiheit, Digitalisierung und Zukunft setzen! #bequemisover – Laura

Das war unser zweiter monatlicher Dreizeiler – mit ein paar mehr Zeilen als letztes Mal. Habt ihr #FemalePleasure gesehen oder hättet Lust euch den Film in die Stadt zu holen? Das ist gar nicht so schwer, einfach mal Kino und Verleih kontaktieren 🙂 Oder hattet ihr die transform in der Hand und habt das schöne Cover bestaunt? Schonmal euren Datenschatten entrümpelt? Wart ihr gar bei den Bits & den Bäumen?

Und natürlich die wichtigste Frage: Was habt ihr eigentlich diesen Monat so entdeckt und für gut befunden?

– Sharing is caring! Lasst es uns wissen!

 
 
Posted by:Transitioneer

Eine Antwort auf „Monthly Dreizeiler

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