Vor etwas weniger als einem Monat sind wir online gegangen. So richtig bereit waren wir noch nicht dafür. Es war eher eine Situation von: jetzt oder nie! Wir entschieden uns für jetzt. Ohne große Party, ohne große Vorankündigung und ohne festen Redaktionsplan ging es los, weil es einfach an der Zeit war, von der Planung in die Umsetzung zu kommen. Wir werden langsam und stetig immer wieder Veränderungen einführen und mit den Herausforderungen gemeinsam wachsen.

Im Moment steht das Manifest etwas verloren herum, als einzige Erklärung für das alles hier. Es wird durch unseren ersten Artikel ergänzt, aber es ist noch nicht richtig klar, was transitioneer [trænˈzɪʃənˈnɪəʳ] ist, bzw. was es werden wird. Eigentlich ist das auch erstmal nicht so schlimm, aber wir wollen für alle völlig Ratlosen ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Und so sind wir dieses Wochenende zu einem, von uns liebevoll ‚Betriebsausflug‘ getauften, Kurztrip nach Århus in Dänemark, aufgebrochen und sitzen im fantastischen Dokk1, einer Art Bibliothek der Zukunft.
Von hier aus schreiben wir einen waschechten, aufschlussreichen Out-off-Editorial-Artikel, der vielleicht ein bisschen klar macht, was transitioneer eigentlich ist:

Es ist noch nicht so richtig klar, was transitioneer [trænˈzɪʃənˈnɪəʳ] ist, bzw. was es werden wird.

Weltweit gibt es viele Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen, die abseits von Welt-Klima-Gipfeln und SDGs, ihr Handeln und dessen Auswirkungen eigenverantwortlich in die Hände nehmen. Sie ändern ihre täglichen Praktiken, tun sich mit anderen zusammen, lösen die lokalen, sozialen und ökologischen Probleme einfach selbst oder gehen zumindest einen Schritt in diese Richtung. Einfach, weil sie erkannt haben, dass es zu lange dauert, auf ein ‚Go‘ von oben zu warten      (– das vielleicht niemals kommt). Jede*r von euch kennt solche Macher*innen, wenn auch nur aus Dokumentationen oder vom Hören-Sagen: Menschen, die sich in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft – für uns alle – bewegen.

Weil es zu lange dauert, auf ein ‚Go‘ von oben zu warten.

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Als wir beide vor einem Jahr nach Flensburg kamen, um an der Europa-Universität hier Transformationsstudien im Master zu studieren, kannten auch wir einige dieser Initiativen, nur um festzustellen, dass es noch zahllose mehr gibt. Und, dass sogar in so einer kleinen, peripher gelegenen Stadt, lebendige Alternativen zu dem Leben geboten werden, dass die meisten von uns als ‚das Normale‘ oder den Mainstream bezeichnen würden. Gleichzeitig stellten wir aber auch fest, dass es einen Gap gibt: Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen der Menge an Menschen, die was anders machen und deren Sichtbarkeit außerhalb einer (noch) kleinen Blase. 

Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen den Menschen, die was anders machen und deren Sichtbarkeit.

Wir haben beide vorher ganz klassisch ‚was mit Medien‘ studiert und so eine Art doppelten Blick entwickelt: Sowohl für das Alternative, was oft im Schatten oder (räumlich) in den Seitenstraßen abseits der Einkaufsmeilen, geschieht. Aber eben auch dafür, in was für einer Welt sich ein Großteil der Gesellschaft bewegt. Und so haben wir beschlossen, diesen Gap zu füllen. – Natürlich sind wir nicht die Ersten, die diese Lücke schließen wollen. Vielleicht kennt ihr den Film ‚Tomorrow‘? Die Filmemacher sind ähnlich an die ganze Sache mit den sozial-ökologischen Krisen herangegangen. 

Es gibt grundsätzlich (bisher) drei Arten von Artikeln:

Uns interessieren vor allem die Menschen, die ähnlich wie wir, irgendwann einfach angefangen haben, umzudenken und von sich aus beschlossen haben, etwas anders zu machen und zumindest die eigene Umgebung aktiv mitzugestalten. Sie sind die Held*innen und deshalb bilden Interviews und Gespräche mit ihnen das Herzstück dieses Onlinemagazins.

Die Irritationen, die viele Menschen verspüren, wenn sie an den Zustand der jetzigen Welt denken, nehmen wir als Ausgangspunkt einer zweiten Form von Artikeln: Hier betrachten wir die Welt, wie sie ist und wundern uns. Wir reflektieren, was ist und überlegen, wie es anders sein könnte.

Durch unser interdisziplinäres Studium konnten wir ein theoretisches Hintergrundverständnis für die Krisen der Gegenwart entwickeln: In einigen Artikeln, in denen wir Theorie und alltägliche Praxis miteinander verweben, wollen wir Probleme unserer jetzigen Gesellschaft(sform) aus dieser Perspektive besprechen.

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Wie die meisten der Menschen, die wir am Anfang beschrieben haben, geht auch transitioneer erstmal klein und lokal los. Deshalb finden sich hier, jetzt und in naher Zukunft, vor allem Interviews mit denjenigen, die wir in und um Flensburg herum erreichen können. Aber dabei soll es nicht bleiben, denn wir wollen eine große Gemeinschaft werden. 

Wir sind zwar keine Fans von Wachstum, aber ein Wachstum wollen wir: Das von strukturell nachhaltigen, sozialen Praktiken. Das Wachstum einer Weltgemeinschaft von Andersmacher*innen. transitioneer soll dafür einer von vielen Ausgangspunkten werden. Wir wollen die Interviewten mit unseren Leser*innen zusammenbringen. Unsere Leser*innen können Autor*innen werden. Der Austausch und das Von-einander-Lernen werden der Mittelpunkt unseres und eures Handelns sein.

Der Austausch und das Von-einander-Lernen stehen im Mittelpunkt.

Im Moment schaffen wir nur einen Bruchteil dessen, was wir schaffen wollen. Denn hauptberuflich studieren wir, arbeiten an Forschungsprojekten mit, sind in der Studierendenpolitik eingespannt und versuchen außerdem, irgendwie unsere Freundschaften und Beziehungen zu pflegen.

Die allernächsten Schritte bestehen also darin, euch Leser*innen dazu zu begeistern, mitzudiskutieren und diejenigen, die Lust haben, auch mitzuschreiben. Deshalb unser Aufruf: Sprecht mit uns und gestaltet diesen Raum mit!

Was interessiert dich? Worüber wüsstest du gerne mehr? Wen sollen wir mal interviewen?
Oder auch: Worüber weißt du was? Willst du über etwas Bestimmtes schreiben? Ist dein Ausdrucksmittel eher die Fotografie, deine Stimme oder etwas ganz anderes?  Welche Diskussion oder welches Thema ist dir gerade wichtig?
Kurzum: Mach mit!

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Die Fotos für diesen Artikel sind im Dokk1 entstanden. Das beeindruckende Gebäude im Hafen von Aarhus ist fantastisch. Im Herzen der Stadt ist es zugleich ein Ort für soziale Aktivitäten, aber auch für den Rückzug in die Ruhe da. Wir sind völlig begeistert von dem offenen, hellen Gebäude, das neben einer Bibliothek und Bürgerservices, auch ruhige Lehr- und Lernorte, ein Café, ein FabLab und Platz für Kinder bietet. Laura ist Fan von der großen Glocke: Jedes Mal, wenn ein Kind in Århus geboren wird, schlägt sie – und das ist auch geschehen, während wir hier saßen und arbeiteten. Wir wünschen uns, solche Orte auch in deutschen Städten zu haben. – „A junction is the term which best describes the vision of the overall master plan, with Dokk1 as a distinctive hub around which life in the city revolves and moves in many different directions.“

Posted by:Transitioneer

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